Mutterliebe

Die junge Frau machte sich mit ihrem Kind auf den Weg zum modernsten Privatkindergarten der Stadt. Dort angekommen ging sie gleich zum Kindergartenleiter.

-Ich möchte mein Kind bei Ihrem Kindergarten anmelden, sagte sie.

-Ich habe gehört er soll die beste Pädagogische Erziehung haben.

Der Leiter antwortete stolz:

-Da haben sie sich richtig informiert. Wir sind gewiss einer der besten Kindergarten hier, wenn nicht der beste.

Die junge Frau freute sich ihre Vermutung bestätigt zu bekommen. Sie zeigte auf ihr Kind und sagte:

-Ich bin ganz für Pädagogisch-Wissenschaftliche Erziehung. Damit erhoffe ich mir das mein Kind ein wenig auf den richtigen Weg gebracht wird.

Der Leiter musterte das auf dem Schoß der Mutter munter sich bewegende Kind,und meinte:

-Ist wohl ein Mädchen, so zwischen eineinhalb und zwei Jahren.

-Ja ganz genau, antwortete die Frau.

Aber es ist nicht einfach mit ihr, je älter sie wird desto mehr Aufmerksamkeit erwartet sie von mir. Ich bin jedoch ein sozialer Mensch, ich kann mich doch nicht nur ans Haus fesseln, daran gehe ich ja noch kaputt. Ich brauche meine Freiheit.

Während der Leiter die Formulare aus der Schublade kramte, erklärte er:

-Die Gebühren müssen stets pünktlich gezahlt werden. Die Bedingungen, die auf dem Merkblatt stehen müssen sie genau durchlesen und sich auch daran halten und mit ihrer Unterschrift bestätigen.

Die junge Frau las sich das Merkblatt das ihr der Leiter gereicht hatte durch und sagte:

-Das Finanzielle ist gar kein Problem, das zahle ich natürlich jeden Monat pünktlich ein, aber den letzten Absatz habe ich nicht richtig verstanden.

-Ah, ja gut das sie das ansprechen. Das ist für uns sehr wichtig, antwortete der Leiter. Wir brauchen unbedingt ein Kleidungsstück von ihnen, das kann eine Weste, eine Bluse oder ein Pullover von ihnen sein.

-Ein Kleidungsstück?, fragte die Frau verwundert. Was wollen sie denn mit meiner Garderobe machen? Wozu soll das denn gut sein?

-Das ist für einen pädagogischen Zweck. Wenn die Kinder nicht einschlafen können, dann decken wir sie damit zu. Die Kleidungsstücke haben ihren Eigengeruch und das hilft den Kindern beim einschlafen, das soll ihnen den Körperkontakt mit der Mutter ersetzen.

(Kurzgeschichte aus dem Buch: Aus dem Leben)

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