Gedankensalat zum Neutralitätsgesetz

Kein Bock auf die Opferrolle

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man viel Freude im Leben hat, wenn man sich ständig nur als Opfer sieht. Ich glaube z.B., dass es sehr stressig sein muss, den ganzen Tag an der Supermarkt-Kasse zu sitzen. Deshalb grüße ich jede Kassiererin besonders nett. Wenn sie mir dann keine Antwort gibt, verlange ich nicht schreiend nach dem Filialleiter, weil ich mich wegen meines Kopftuches diskriminiert fühle. Vielleicht hat die Dame etwas gegen mich aber vielleicht ist sie auch einfach nur müde und zählt die Minuten bis Feierabend runter. Was auch immer ihr Grund ist, ich bin der festen Überzeugung, das ich diese barbarische Demütigung überleben werde.

Warum sollte es Islamunterricht in den Schulen geben? Ist es eine Diskriminierung wenn es keinen gibt? Was macht den Islam so besonders in Deutschland, dass er ein eigenes Unterrichtsfach braucht? Warum gibt es keinen jüdischen Religionsunterricht? Und was ist mit den Buddhisten und Hindus?

Der deutsche Staat hat sich also der Neutralität verschrieben. Ob das Sinn macht oder nicht, sei dahingestellt. In England dürfen Polizistinnen mit Kopftuch Dienst tun und man stelle sich vor, das Land steht immer noch unter britischer Regierung. In Kanada habe ich schon Sikh gesehen, die mit Turban ihren Dienst antreten. Ob man das gut oder schlecht findet, muss jeder selbst entscheiden. Jedes Land hat eben andere Gesetzte und Bestimmungen. Wenn man in Deutschland, mit religiösen Symbolen, kein Staatsdienst leisten kann, dann ist das eben so. Wenn jüdische Mitbürger mit Schäferlocken oder Sikh mit Turban dort arbeiten dürften aber keine Muslima mit Kopftuch, dann könnten wir von Diskriminierung sprechen.

Eine echte Neutralität gibt es nicht, denn jeder ist irgendwie politisch. Aber wenn dies ein Gesetz dieses Landes ist, warum kann man das nicht hinnehmen? Lasse ich politischen Weitblick missen? Ist darin ein Rassismus enthalten, den ich nicht zu erkennen vermag? Kann sein. Diskriminierend ist es, wenn ich in Frankreich nicht mit Kopftuch zur Schule darf. Ich vertrete nicht den Staat wenn ich diese Schule besuche. Ich repräsentiere ihn nicht. Ich bin eine schulpflichtige Privatperson und es steht mir frei mich mit Kopftuch, Kippa oder Kreuz zu kleiden, wenn ich das möchte.

Vielleicht mag sich manch einer wundern, das ich diese Meinung vertrete aber das hat seinen Grund.

Denken wir doch einmal an Saudi Arabien. Wenn dort nun eine Lehrerin ohne Kopftuch unterrichten möchte, würde man ablehnen, weil dies den Gesetzten des Landes widerspricht.

Ein Kopftuch ist immer ein religiöses Symbol. Kein Modeschmuck, kein Feministenkram, keine Emanzipation.

Ich trage Kopftuch, weil Allah ta ala mir dies angeordnet hat. Das ist für mich keine Emanzipation. Ob mit Kopftuch oder ohne, ich bin mir stets (selbst)bewusst, was ich mache.

Ob meine Gedankengänge richtig sind? Allahu allem.

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