Was ist eure Meinung zum muslimischen Kindergarten?

Heute wurde ich auf ein Züricher Gerichtsurteil aufmerksam, dass die Gründung eines muslimischen Kindergartens verbat. Zu viel Religion und zu wenig Kontrollmöglichkeiten, was dort vor sich geht. Seit dem 4 November 1839 gibt es „rein“ jüdische Kindergärten in Deutschland.

Zitat:

In den Einrichtungen mussten alle Erziehende der jüdischen Konfession angehören. Das Konzept orientierte sich an der der Fröbel’schen Pädagogik. Den zumeist noch orthodox erzogenen Kindern wurde ihren Bedürfnissen entsprechendes Umfeld geboten, geprägt von den ihnen vertrauten religiösen und traditionellen Werten (vgl. Dietrich 2013, S. 37 f).

Quelle: Jüdische Kindergärten in Deutschland

Wer nun damit argumentiert, dass bei einem muslimischen Kindergarten, die Gefahr der Radikalisierung höher sei, dem sei gesagt, dass es nicht wenige radikale Juden gibt: Price Tag / Brandanschlag auf Kirche. Fanatismus kann also überall enstehen. Aber deshalb alle Kindergärten verbieten? Was ist eure Meinung zu diesem Thema?

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20 Gedanken zu “Was ist eure Meinung zum muslimischen Kindergarten?

  1. Dazu könnte man sehr viel und sehr umfangreich schreiben. Es wird immer wieder, vor allem von der muslimischen Gemeinschaft auf die Rechte andere Religionsgruppen, als Argument für ihre eigene Diskriminierung verwiesen. Man kann aber gerade heute den Islam mit seiner extremen Radikalisierung, dem Versuch gerade auch über alle Institutionen einen fundamentalistischen Islam zu implementieren nicht einfach gleichsetzen mit vereinzelten fundamentalistischen Gruppen anderer Religionen. Alleine wenn wir uns die Auswirkungen der gewaltbereiten Muslime weltweit ansehen können wir uns keine Verharmlosung dieser Thematik erlauben.
    Es würde sich auch niemand für die rechtliche Gleichstellung nationalsozialistischer Gruppen einsetzen, mit der Begründung diese wären gegenüber anderen politischen Gruppen benachteiligt?
    Trotz dieser vielleicht hart anmutenden Meinung möchte ich mich von jeglicher kollektiven Verurteilung von Muslimen distanzieren. Mir geht es hier um einen ehrlichen Dialog, in dem alles gesagt werden darf und bei dem nicht durch Rücksichtnahme auf die Gefühle von gläubigen Menschen einfach gewisse Tatsachen unerwähnt bleiben.
    Ich bin mir sicher dass eine sehr große Anzahl der Muslime, wahrscheinlich sogar die Mehrheit, zu den westlichen Werten wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, Individualismus, Toleranz und die Demokratie stehen. Leider ist es ihnen bis heute nicht gelungen ihre Religion dahin zu reformieren dass man von einer friedlichen Religion sprechen könnte. Die eklatante Rückschrittlichkeit wird nun gerade von diesen fundamentalistischen Gruppen benutzt um eine Zeit die 1400 Jahre zurück liegt wieder herauf zu beschwören.
    Aus diesen Gründen hoffe ich dass die Menschen die dem muslimischen Glauben angehören verstehen dass wir zum Schutz der westlichen Werte gewisse restriktive Maßnahmen ergreifen müssen um eine weitere Radikalisierung zu verhindern.

    • Danke für ihren ausführlichen Kommentar. Genau solche Kommentare habe ich mir gewünscht. Ich kann ihre Vorbehalte nachvollziehen, mich hat einfach nur allgemein interessiert, was die Leute darüber denken. Das Thema ist so kompliziert weil es keinen einheitlichen Islam gibt. Es würden sofort verschiedene Richtungen und Gruppierungen ihre eigenen „islamischen“ Kindergärten gründen.

      • Kompliziert ja, aber ist das wirklich ausreichend um diese Einrichtungen zu verbieten? Fanatiker gibt es weltweit und jedweder couleur. Würde es in Israel und Palästina keine jeweiligen Kindergärten geben, würde es dann auch weniger Anschläge/Konflikte geben? Schon vor 13 Jahren gab es Versuche islamische Kindergärten in Deutschland zu etablieren und damals gab es noch keinen Is.

      • Ich frage mich, wozu braucht es überhaupt religiös ausgerichtete Kindergärten? Dort sind Kinder zum Spielen und um soziale Fähigkeiten zu erlangen. Durch das Trennen wird die Entstehung einer Parallelgesellschaft noch gefördert. Gerade im Kindesalter gibt es noch wenige Berührungsängste, es geht darum was wir letztendlich wollen, gegenseitiges Verständnis oder Misstrauen durch Distanzierung. Wer will kann sein Kind zu Hause mit dem religiösen Leben vertraut machen. Wie es schon im Gesetz steht ist Religion privat Sache und sollte meiner Meinung nach im öffentlichen Leben und in den Institutionen keine Rolle spielen. Wie die Geschichte zeigt wurden Religionen immer schon als Rechtfertigung für Kriege, Gräueltaten, Diskriminierung und Machtausübung missbraucht. Allein die konsequente Anwendung der Menschenrechte, [ARTIKEL 1 (MENSCHENWÜRDE)Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen] und deren Verbreitung in Form eines Ethikunterrichtes wäre der richte Weg in Richtung der Aufklärung gegen religiösen Dogmatismus. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen wozu die Menschen eine Religion brauchen und wie sie sich denn Widerspruch ihrer Religion zu den anderen Religionen erklären können. Jeder behauptet doch im Besitz des wahren “Wort Gottes“ zu sein, also liegen alle anderen falsch? Na ja, das ist halt Glaube und der verlangt von seinen Anhängern eben irrationales Verhalten, per Definition eine feste Überzeugung, die nicht auf Fakten, Beweisen, sondern auf dem Gefühl beruht. Trotzdem respektiere ich Menschen die einer Religionsgemeinschaft angehören wollen. Ich habe für mich einen anderen Weg zum Glauben und zum Göttlichen gefunden.

      • Jeder glaubt im Besitz der Wahrheit zu sein. Seit mehr als 40 sind die USA die kriegstreibende Nation schlecht hin. Fanatismus ist nicht an Religion gebunden. Gleiches gilt für die Kolonialzeit. Und das der Rassimus schwarzen gegenüber noch lange nicht vorbei ist, ist klar. Ich glaube die meisten religiösen (praktizierend) Menschen, egal welcher Glaube, wünschen sich eigene Kindergärten um ihre Werte zu vermitteln. Das ist ein Recht, dass den Eltern zusteht. Ich glaube schon das es Diskriminierung ist, islamische Kindergärten zu verbieten. Was mich persönlich angeht, meine Kinder nehmen nicht am Islamunterricht in der Schule teil und ein Kindergarten käme für mich auch nicht in Frage. Was Krieg angeht, der gehört leider zur Menschheit dazu, das nur auf Religionen abzuwälzen, wäre zu leicht. Generell aber müssen alle Menschen wieder respektvollen und würdevollen Umgang miteinander lernen.

      • Nicht jeder glaubt im Besitz der Wahrheit zu sein, sehr viele Menschen sind heute auf der Suche nach Erkenntnis und sind sich über die Bedingtheit von Wahrheiten voll bewusst. Die Überheblichkeit mit der Religionsführer und, sie haben schon recht, andere nicht religiöse Fanatiker, ihre Ansichten mit einem Absolutheitsanspruch, der jeder Grundlage entbehrt vertreten wird leider von vielen Menschen nicht durchschaut, weil ihnen nicht beigebracht wurde die richtigen Fragen zu stellen und weil sie durch kulturelle und soziale Prägungen derart indoktriniert sind dass sie sogenannten Autoritätspersonen keinen Widerspruch leisten. Die Freiheit beginnt im Geist und bedarf einer ständigen Selbstkontrolle um alle vorgefassten Ansichten und Meinungen zu identifizieren, dies ist ein nie endender Prozess, wodurch das Leben seinen Sinn erhält.
        Wenn sie meine Antwort genau gelesen hätten wäre ihnen aufgefallen dass ich nicht den Religionen die Schuld an den Kriegen gegen habe sondern “ wurden Religionen immer schon als Rechtfertigung für Kriege, Gräueltaten, Diskriminierung und Machtausübung missbraucht“ geschrieben habe und das können sie auf alle Ideologien anwenden.
        Außerdem bin ich der Meinung dass wir hier nicht zu weit abdriften sollten indem wir die Schuldfrage einzelner Nationen aufwerfen. Dabei kann man sich nur in eine ewige, hitzige und nicht zielführende Debatte verstricken.
        Ich glaube nicht dass sich die meisten religiösen Menschen einen Kindergarten wünschen in dem schon ihre Kleinkinder eine intensive Prägung erhalten die fortan ihr Weltbild bestimmen wird. Ich weiß dass sich das alle Religionsführer wünschen und diese Praxis auch in totalitären Regimen Anwendung findet. Es gibt kein wirksameres Mittel um sich Menschen für einen gewissen Zweck gefügig zu machen. Aber in einer freien Gesellschaft ist es das Wichtigste das man den Menschen zu allererst einmal das Denken lehrt, ihnen die grundlegenden ethischen Werte nahebringt, so dass sie sich später frei für eine Sache entscheiden können, das kann meinetwegen auch eine Religion sein. Dadurch würde natürlich auch der Rassismus seiner Wurzeln beraubt, weil man gebildeten Menschen nicht einreden kann dass es einen wertigen Unterschied zwischen den Menschen gibt.

      • Das finde ich auch den springenden Punkt: wozu brauchen Kinder einen religionsspezifischen Kindergarten? Warum ist z.B. Bayern voller katholischer Kindergärten? Die Werte von Respekt, Liebe und Freiheit werden zum Glück in jeder Religion hochgehalten ebenso wie soziales Verhalten und Rücksicht, das die Kinder gerade in diesem Alter besonders lernen. Die eigenen religiösen Werte (die zusätzlich zu denallgemeingültugen moralischen Werten hinzukommen) stehen einem „ökumenischen“ ; P Kindergarten ja nicht entgegen.

      • Eine sehr gute Frage. Ich persönlich nehme keine Kindergärten (jedweder Couleur) in Anspruch aber es ist schon diskriminierend wenn jede „Kaste“ ihren Kindergarten kriegt, außer Muslimen. Einen Kindergarten, allein auf moralischen Vorstellungen basierend, zu leiten, ist allerdings auch der falsche Weg denn jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Moral.

      • Na ich meinte jetzt keine speziellen moralischen Vorstellungen. Ich meinte das was sowieso jeder normale Mensch und jede Religion für richtig hält. Also halt einen ganz normalen Kindergarten.
        Dass nur muslimische Kindergärten verboten wurden überrascht mich auch.

      • Aber da liegt ja der Hase im Pfeffer.
        Gandhi hat was anderes unter Moral verstanden als Hitler, um es mal extrem auszudrücken. Mit Demokratie kommen wir da nicht weit, die wird ja auch überall anders umgesetzt.
        Trotzdem müssen wir uns eingestehen, das wenn alle religiösen Gruppen, ihre Kindergarten/Erzeihungsmodelle umsetzten dürfen, außer Muslime dann ist und bleibt das Diskriminierung.

  2. „jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Moral“
    Es gibt grundsätzliche ethische Werte, über die Würde des Menschen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Freiheit, Respekt usw., die für jede Gesellschaft gelten sollten.
    Alleine die Anerkennung und Einhaltung der allgemeinen Menschenrechte von allen Staaten würde schon genügen um den Frieden unter den Menschen zu gewährleisten.
    Aber kein islamischer Staat hat bis heute die „allgemeinen Menschenrechte“ in vollem Umfang anerkannt!
    Die Menschenrechtserklärung besteht aus 30 Artikeln. Diese enthält grundlegende Ansichten über die Rechte, die jedem Menschen zustehen, „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand und unabhängig davon, in welchem rechtlichen Verhältnis er zu dem Land steht, in dem er sich aufhält.
    Das Misstrauen gegenüber islamischen Institutionen wird durch den fundamentalistischen Islam, der zum Teil auch in islamischen Schulen in Deutschland gelehrt wird und die hohe Ablehnungsrate der westlichen Werte durch Moslems noch gefördert.
    Außerdem dürfen sie nicht vergessen dass das Abendland über Generationen christlich ausgerichtet und geprägt wurde. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben wir eine Säkularisierung erreicht, die eine Gesetzgebung auf universellen Werten der Gerechtigkeit und Freiheit förderte. Ich selbst gehöre keiner religiösen Gruppe an, verstehe aber durchaus wenn Europäer ihre Traditionen und zum Teil auch die christlichen Werte verteidigen wollen. Immerhin ist der Islam erst durch Zuwanderung von muslimischer Bevölkerung zu einer nennenswerten Größe angewachsen. Dabei wurde niemals ein Mensch wegen seiner Zugehörigkeit, zu einer anderen Religion diskriminiert oder unterdrückt, wie das in den meisten islamischen Länder gegenüber Andersgläubigen der Fall ist.
    Es gibt sehr gute Beispiele von Integration des Islam in die westliche Lebensweise. Man darf nur nicht immer Toleranz fordern, sondern die Toleranz auch selbst leben. Wenn sich einzelne Moslems oder muslimische Gemeinschaften zum Beispiel gegen die Kreuze in Klassenzimmer, oder den Weihnachtsmann oder andere Zeichen unserer Tradition beschweren, dürfen sie sich nicht wundern wenn die Mehrheitsgesellschaft mit Unverständnis reagiert.

    Umfragen in Österreich – Studie der GfK Austria GmbH
    Auf die Frage: Wie sehen Sie das Verhältnis von Staat und Religion?
    Religion sollte auch in staatlichen Belangen eine Rolle spielen und religiöse Vorschriften in die staatliche Gesetzgebung Eingang finden – Antworteten 60% mit ja!

    Auf die Frage, ob sie dafür sind, dass Teile des islamischen Rechtes, z.B. Ehe-, Familien- und
    Erbrecht in die österreichische Rechtsprechung Eingang finden sollten, also islamisches Recht
    in Österreich Anwendung findet, antworten 50 Prozent dafür.

    Von den Personen, die ihre Kinder in den schulischen islamischen Religionsunterricht schicken,
    geben 56 Prozent an, dass ihre Kinder auch (zusätzlich) eine Koranschule besuchen, speziell solche aus der untersten Bildungsschichte (62%) und religiös-politisch Orientierte.

    • Wie weit es mit den Menschenrechten her ist, kann man ganz gut an Guantanamo Bay erkennen. Oder Vietnam, Korea usw. Oder an Prinz Harry, der damit prahlt Leute vom Hubschrauber aus abzuschießen.
      Ich will nicht toleriert werden, ich will respektiert werden. Wenn das in Deutschlend nicht mehr möglich ist, gehe ich eben woanders hin. Ich verlange aber nicht, das mir die Kanzlerin persönlich zum Ramadan gratuliert, Kreuze abgenommen oder Weihnachtsfeiern abgesagt werden.

      https://frauenundislam.wordpress.com/2015/06/02/ich-will-weihnachtsfeiern/

  3. Ich habe mir zum Prinzip gemacht, Unrecht und Verbrechen aus der Vergangenheit, so weit als möglich aus den Diskusionen heraus zu halten. Warum? Weil das einer der häufigsten Gründe für Kriege, Verfolgung und Terrorismus ist. Jedes Volk und jede Religionsgemeinschaft hat sich in der Vergangenheit durch Unmenschlichkeit Schuldig gemacht.
    Wenn wir nun anfangen die Verbrechen gegeneinander abzuwägen, wird dadurch nur Hass geschürt.
    Merkst du dass nicht selbst, wohin du abtrifftest wenn du Beispiele wie „Wie weit es mit den Menschenrechten her ist, kann man ganz gut an Guantanamo Bay erkennen. Oder Vietnam, Korea usw. Oder an Prinz Harry, der damit prahlt Leute vom Hubschrauber“ anführst?
    Ich habe nie behauptet dass wir alle Perfekt sind, wir müssen jeden Tag für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit eintreten. Wie das Leben im Allgemeinen unterliegt das einem Prozess der nie aufhört. Das wird nicht gerade erleichtert in einer Zeit in der Millionen Menschen vor einem radikalen Islam auf der Flucht sind, Anschläge unsere Freiheit und Sicherheit bedrohen und hunderttausende Menschen aufgenommen und versorgt werden müssen.
    Wer dann Anfängt die Worte auf die Waagschale zu legen und der Meinung ist „Toleranz“ reicht nicht aus, dem sage ich, dass Respekt verdient werden muss. Will sagen, ich respektiere jeden der durch seine Lebenshaltung und Einsichten die grundsätzlichen Menschenrechte unterstützt.

    Zu deinem Link „Frauen und Islam“ kann ich nur sagen dass manche Menschen, meist intellektuelle Eiferer, manchmal übers Ziel schießen. Solche Tendenzen gibt es immer wieder, gehört halt auch zur gelebten Freiheit und Toleranz.

    • Vergangenes Unrecht?
      Habe ich die Schließung von Guantanamo Bay verpasst? Du sagt ich driffte ab, sagt aber zeitgleich das millionen Menschen vor dem IS flüchten. Was hat das mit mir zu tun? Ich bin kein Khawaridsh (IS) und du bist kein GI. Davon abgesehen, millionen Menschen flüchten übrings auch vor Assad´s Fassbomben und der ist kein Muslim.
      Beide Vergleiche hinken. Ich bin kein saudischer Henker und du kein US Marine. Toleranz=Duldung, nein, das reicht nicht aus. Muss ich mir Respekt verdienen? Nö, muss ich nicht. Ich begegne jedem Menschen mit Achtung und Respekt und so etwas setzte ich voraus. Auch mir gegenüber. Aber kann man Respekt verlieren? Ja.
      Ich glaube das Multi-Kulti nur begrenzt möglich ist. Wir können alle zusammen leben aber auch die eigenen Lebensvorstellungen müssen gewährleistet sein. Z.B. die Beschneidung im jüdischen und muslimischen Glauben.
      Das wir in Deutschland vor einer jahrelangen Misswirtschaft der islamischen Aufklärung stehen, steht außer Frage.
      Ich vermisse die Zeit in der sich niemand für Muslime interessiert hat. Eine Sache allerdings, hat sich nicht geändert. Jedesmal glaubt man mir als Muslim erklären zu müssen was gut und was schlecht ist. Wenn man an Islam denkt, denkt man an Mittelalter. Das beinhaltet auch, das man sich überlegen oder weiter voraus fühlt. Da komme ich mir jedesmal vor wie in „Ein Yankee an König Arthur´s Hof“ von Mark Twain.
      Ja, wir (Menschen) machen alle Fehler aber solange die demokratische Welt weiter über ihre eigenen Menschenrechte stolpert, sollte man doch erstmal ( Nicht du, eher allgemein, die westliche Welt)vor der eigenen Haustür kehren bevor man die Muslime in das Jahr 2015 führt.

  4. Du schreibst „sagt aber zeitgleich das millionen Menschen vor dem IS flüchten“.
    Ich habe geschrieben „Das wird nicht gerade erleichtert in einer Zeit in der Millionen Menschen vor einem radikalen Islam auf der Flucht sind“. Also bitte zitiere mich richtig und interpretiere mich nicht wie es dir gerade genehm ist!
    Du schreibst „millionen Menschen flüchten übrings auch vor Assad´s Fassbomben und der ist kein Muslim.“. Wie kommst du eigentlich darauf dass Assad kein Muslim ist?
    In Wikipedia steht „Baschar Hafiz al-Assad ist seit dem Jahr 2000 Generalsekretär der Baath-Partei und Staatspräsident Syriens. Wie weite Teile der syrischen Elite gehört Assad der Religionsgemeinschaft der Alawiten an. Die Alawiten sind eine religiöse Gruppierung des Nahen Ostens, die im späten 9. Jahrhundert im Irak entstanden ist und zum schiitischen Spektrum des Islam gehört“.
    Du schreibst „Toleranz=Duldung, “.
    In Wikipedia steht, und das ist auch meine Vorstellung und Interpretation von Toleranz- „Entsprechend der Geschichte der Toleranzidee ist der Begriff häufig mit der religiösen Toleranzforderung verknüpft. So betrachtet der Philosoph Max Müller Toleranz als den gegenseitigen Respekt der Einzelnen gegenüber den Ansichten über die „Letzten Dinge“ und sieht eine Verankerung im christlichen Liebesgebot.

    Im politischen und gesellschaftlichen Bereich gilt Toleranz auch als die Antwort einer geschlossenen Gesellschaft und ihres verbindlichen Wertesystems gegenüber Minderheiten mit abweichenden Überzeugungen, die sich in das herrschende System nicht ohne weiteres integrieren lassen. Insofern schützt die Toleranz ein bestehendes System, da fremde Auffassungen zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht zwangsläufig übernommen werden. Die Toleranz schützt aber auch die Träger einer Minderheitsmeinung vor Repression und gilt insofern als eine Grundbedingung für Humanität. In diesen Zusammenhängen ist Toleranz auch die Vorbedingung einer friedlichen, theoretischen, Auseinandersetzung um konkurrierende Wahrheitsansprüche. Der von Herbert Marcuse geprägte Begriff repressive Toleranz kritisiert dabei, dass in einer Gesellschaft mit unklarem Wertepluralismus, in der Toleranz als Norm gilt, rationale und berechtigte Kritik wirkungslos bleiben kann“.
    Du schreibst „eigenen Lebensvorstellungen müssen gewährleistet sein. Z.B. die Beschneidung im jüdischen und muslimischen Glauben“.
    Ich bin in jedem Fall gegen jegliche körperliche Verstümmelung, von Minderjährigen, aus religiösen Gründen, und berufe mich dabei auch auf das Recht der körperlichen Unversehrtheit.
    Wie kann man die Freiheit einer eigenen Lebensvorstellung in einen Kontext mit der Stigmatisierung durch einen operativen Eingriff bringen? Jeder Mensch muss die freie Wahl haben gemäß seiner Lebensvorstellung und Religion zu leben. Diese Wahl kann aber erst ab einer gewissen Reife getroffen werde.
    „Jedesmal glaubt man mir als Muslim erklären zu müssen was gut und was schlecht ist.“
    Ist das so? Also ich habe selbst sehr lange, durch meine äußere Erscheinung meine Ablehnung gegenüber der „bürgerlichen Moral“ signalisiert und wurde dadurch sehr oft zu gesellschaftskritischen Diskussionen heraus gefordert. Ich sehe diese Kultur des Dialogs als sehr positive Möglichkeit sich einander anzunähern und Verständnis für den jeweils anderen Standpunkt zu erlangen.
    Mag sein dass man sich als Moslem des Öfteren genötigt fühlt sich zu erklären, aber das ist eine Frage der Zeit. Wenn islamischen Gemeinschaften, vermehrt gegen den Fundamentalismus und für die Gleichheit aller Menschen, ob Juden, Christen, Hindus oder Moslems eintreten wird auch wieder mehr Vertrauen entstehen.

    • Ich darf behaupten, dass wir vom Thema Kindergarten schon lange abgewichen sind.
      Nur soviel noch:
      Der Trend geht dahin, die Religion so weit wie möglich aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.
      Da ist die Beschneidung nichts anderes als ein Vorwand.
      Die USA gelten als Hochburg mit den meisten Beschneidungen weltweit. Nicht aus religiösen Gründen sondern aus einer Tradition heraus, die sich aus dem viktorianischen England herleitet. Damals kam der Gedanke auf, eine Beschneidung diene der Prävention der Onanie. Während diese Praxis in England um 1940 langsam abebbte, geht das in Amerika munter weiter. Regt sich irgendjemand darüber auf?
      Was Assad betrifft, das hat was mit Tauhid und Aqida zu tun, da kommt man als Außenstehender mit Wikipedia nicht wirklich weiter. Muss man aber auch nicht, ich vertiefe mich auch nicht in die Themen, die mich nicht wirklich interessieren, wie z.B. die einzelnen christlichen Sekten und Gruppierungen, die es so gibt.
      Dialoge sind sehr wichtig. Es gilt Vorurteile zu überwinden und Horizonte zu erweitern.
      Aber manchmal verläuft es auch einfach im Sande.

  5. Nichts von dem was wir geschrieben haben wird sich im Sand verlaufen, sondern seine Spuren hinterlassen.

    Du wirst sicher schon bemerkt haben dass ich von Religionen nicht allzu viel halte. Religionen sollten den Vermerk „für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet“ bekommen. Tatsächlich behindern, die auf Dogmen basierenden Religionen, die Entwicklung des rationalen, logischen und erkenntnistheoretischen Denkens, und können durch einen Ethik-und Sozialunterricht mehr als ausgeglichen werden. Als junge Erwachsene können sich die Menschen, jeder ihrer Präferenz entsprechenden Religion zuwenden, falls ihnen dies als Bereicherung für ihr Leben erscheinen mag.

    Für mich persönlich würde das Verschwinden von Religion aus dem öffentlichen Leben keinen Verlust bedeuten, aber wie gesagt, ich bin ein sehr liberaler Mensch und toleriere und „respektiere“ daher auch religiöse Menschen.

    „Ich darf behaupten, dass wir vom Thema Kindergarten schon lange abgewichen sind“

    Womit der Bogen zum Ursprünglichen Thema wieder gespannt ist, den im Grunde hängt alles zusammen und kann nicht isoliert von den grundsätzlichen Fragen des Lebens betrachtete werden.

    Positiv erwähnen möchte ich hier noch den Buddhismus (der ohne einen Glauben an Gott auskommt) und die Gnosis, der Weg der Selbsterkenntnis. Die Gnosis entspringt dem was man das „Göttliche selbst“ nennen könnte. Sie wendet sich nicht an das intellektuelle Vermögen des Menschen, sie appelliert nicht an die Gefühle, und sie ist keine Religion.

    „C.G. Jung formulierte eine alte gnostische Einsicht neu, als er sagte, dass das extravertierte menschliche Ego zuerst gründlich seiner eigenen Entfremdung von dem größeren Selbst bewusst werden müsse, bevor es beginnen kann, in den Zustand einer engeren Einheit mit dem Unbewussten zurückzukehren. Bevor wir uns nicht völlig bewusst sind, wie unangebracht unser extravertierter Zustand ist und wie wenig er unseren tieferen spirituellen Bedürfnissen genügt, so lange werden wir nicht einmal das kleinste Maß an Individuation erreichen, durch die erst eine weitere und reifere Persönlichkeit entsteht. Das entfremdete Ego ist Vorläufer und unvermeidliche Vorbedingung eines Egos, das den Individuationsprozess durchlaufen hat.“

    Was soll man dazu noch sagen, die armen Amerikaner mit ihren Komplexen!

    Ursprung in den USA ist sexuelle Unterdrückung
    Der Ursprung der routine-mässigen Beschneidungen von Jungen in den USA ist ganz einfach sexuelle Unterdrückung. Ursprünglich wurde dies gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt, und diente bei Jungen sowie bei Mädchen als Allerheilmittel für Hysterie, Geisteskrankheiten, Blindheit, usw., und natürlich gegen die Selbstbefriedigung, welche als Ursprung aller Uebel angeschaut wurde. Auch Mädchen wurden in den USA zum Teil bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts beschnitten (für die genau gleichen Gründe wie bei Jungen), und wurde erst in den 90er Jahren verboten (!). Dieses Phänomen, welches in den USA weiter besteht, hat seinen Ursprung also auf der sadistisch-moralischen Ebene, welche jegliches Wohlbefinden und Freiheit verbietet, und absoluten Gehorsam verlangt. Dies wurde zu einem grossen Teil vom Dr. Kellog propagiert (dem Bruder des Erfinders der Frühstücksflocken), der viele Jahre eine Gesundheitsklinik leitete und der sogar sagte, dass man unmittelbar nach oder sogar während der Selbstbefriedigung sterben könnte. Auch heute, wenn man die Praxis hinterfragt, wird man zum grössten Teil als „Anti-Beschneidungs-Spinner“ abgetan, da diese wunderbare Methode ja angeblich gegen Penis-Krebs und AIDS schützen soll, und jeder, der dagegen ist, einen Knacks hat (leider ist ja genau das Gegenteil wahr). Auch ist die Beschneidungsrate in den USA nach wie vor gegen 70%, auch wenn in Kalifornien immer wie weniger beschnitten wird. http://www.savingsons.org/2012/11/us-hospital-circumcision-rates-by-state.html
    Sonst wird dieser sehr schmerzhafte Eingriff (da dies an neugeborenen Junge meistens *ohne* jegliche Schmerzmittel gemacht wird) bei zwei Dritteln der Jungen weiterhin gemacht. Eine Aenderung dieser Praxis ist nicht in Sicht, aber nicht wegen religiösen Lobby, sondern wegen dem riesigen Widerstand gegen das Aufdecken dieses Generationentrauma, welchem die meisten Amerikanischen Männer der letzten Generationen zum Opfer gefallen sind (ich persönlich leider auch).

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