Künstliche Schönheit, Magerwahn und Modetrends aus islamischer Sicht

Während mal wieder die Victoria´s Secret Fashion Show abgehalten wird und die teilnehmenden Models es als eine Ehre betrachten, diesmal für die Fleischbegaffung ausgewählt worden zu sein, sitze ich hier und schreibe über den Islam und wie er die Frauen in ihrem Selbstbewusstsein stärkt. Na denn man Tau!

Vor ein paar Tagen postete ich hier eine Fatwa (ein islamisches Rechtsurteil zu einer gestellten Frage), die sich mit der Frage beschäftigte, ob das Auszupfen der Augenbrauen, aus islamischer Sicht, erlaubt sei.

Hier möchte ich als Erstes den Hadith (eine Aussage des Propheten Muhammed s.a.s) aufführen:

„Allah verfluchte diejenigen Frauen, die andere Frauen tätowieren, sich tätowieren lassen, Haare von ihren eigenen Augenbrauen oder von den Augenbrauen anderer Frauen auszupfen, ihre Zähne abpfeilen lassen, um deren Zwischenräume kosmetisch zu vergrößern, und dadurch Allahs Schöpfung zu ändern pflegten.“(Buhary Nr. 4886)

(Kurze Anmerkung zum zupfen der Augenbrauen: Haare die sich zwischen den Augenbrauen (z. B. über dem Nasenbein) befinden, dürfen entfernt werden. Das Augenmerk liegt auf dem Gebot, die Form der Augenbrauen nicht zu verändern oder sie auszudünnen.)

Außerdem gibt es noch das Verbot der künstlichen Haarverlängerung:

Mu ´awya Ibn Abi Sufyan hielt uns eine Rede bei seinem letzten Besuch in Al-Madina, während er einen Haarschopf herausnahm und sagte: „Ich habe keinen gesehen, der so etwas tut, außer den Juden, und wahrlich, der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, nannte es >die große Lüge<.“ (Mit der >Lüge< ist die Perücke gemeint) (Buhary Nr. 3488)

Hier eine Anmerkung von Muhammed Ibn Ahmad Ibn Rassoul:

>Die Einzelheiten der Berichterstattung in diesem Hadith spiegeln unser Leben wider. Den Muslimen wird Vorsicht geboten im Hinblick auf die modernen Methoden, um die Schöpfung zu ändern, sei diese z. B. durch Haarersatz (Perücke), Haarteil (Teilperücke, Extensions), kosmetische Chirurgie, wie Liften der Haut, Verkleinerung/Vergrößerung von Körperteilen (etwa Nase oder Brust) aber auch die Gentechnik, durch welche Eingriffe und Manipulationen im Erbgut des Menschen vorgenommen werden. Ausgenommen davon sind die notwendigen Eingriffe zur Bekämpfung von (…) Krebs und anderen Krankheiten sowie zur Vorbeugung von körperlichen Schäden und Erhaltung deren Funktionen, wie z. B. in der Kieferorthopädie u. ä. Eine muslimische Frau darf zwar die einzelnen, außerhalb ihrer Augenbrauen wachsenden Haare, zupfen, aber nicht die eigentlichen Haare der Augenbrauen, die sie weder ganz entfernen noch zu einer dünnen Linie gestalten darf. Das Brauchtum zur Änderung der Schöpfung Allahs ist seit dem Altertum bekannt.<<

 

Warum sind diese Dinge im Islam verboten?

Augenbrauen

Der Ausdruck und die Form des Gesichts werden verändert. Wie es immer bei künstlichen „Verschönerungen“ der Fall ist, unterliegt die Anwendung der jeweiligen Mode. Mal ist diese Form „en vogue“ und mal diese. Neben der Zeitverschwendung und dem Aufwand, den eine Frau damit hat, erzeugt sie eine optische Täuschung. Was aber das schlimmste ist, eine Frau gibt sich damit selbst (!) zu verstehen, dass sie sich verändern muss um schöner zu sein. Du bist schön, so wie du bist. Nehmen wir mal an, eine Frau hat sehr ausgeprägte Augenbrauen. Aktuell sind aber dünne Striche angesagt. Sie fackelt nicht lange, rasiert sich die Augenbrauen ab und lässt sich welche tätowieren (hoffentlich nicht auf die Stirn wie die Katzenberger). Inzwischen ist Cara Delevingne aber Supermodel und volle Augenbrauen sind diesmal „en vogue“. Also gilt es eine unangenehme Laserentfernung über sich ergehen zu lassen und die Augenbrauen wieder (hoffentlich) wachsen zu lassen. Was für eine Zeitverschwendung.

Tätowieren

Muss ich dazu wirklich etwas schreiben? Ich werde nie verstehen, warum Menschen ihre eigene Haut versauen und dafür ein Heidengeld ausgeben. Hand hoch, wer von den Lesern hat ein A…geweih (oder hat es wieder entfernen lassen), ein (unheimlich kreatives) chinesisches Schriftzeichen, das eigene Sternzeichen (damit ist man bestimmt ganz allein), sein Geburtsdatum in römischen Lettern (könnte man ja vergessen, den eigenen Geburtstag), den Namen des/der Liebsten (du kannst dir wirklich den Namen nicht merken?) und die Kinderchen als Porträt auf der Haut verewigt. Neben der ewigen Frage was nun wieder „en vogue“ ist (erinnert sich noch jemand an Pamelas Stacheldraht am Arm?), kommt bei den persönlichen Tätowierungen der Drang auf, irgendetwas damit beweisen oder aussagen zu wollen. Niemand liebt seine Kinder weniger, nur weil deren Konterfei nicht auf dem eigenen Körper verewigt ist. Wenn dem so wäre, dann wären die meisten voll tätowierten Gefängnisinsassen die besten Väter der Welt. Trage deine Liebe zu deinen Kindern in dir und beweise sie durch Taten. Nicht dadurch, dass du dir die Haut zerstechen lässt.

Aber ich lasse mich hinreißen. Die islamischen Gründe sollten immer im Vordergrund stehen. Fakt ist, du veränderst den Körper, der dir von deinem Schöpfer gegeben wurde. Von Gesundheitsrisiken und möglichen Krankheitsübertragungen ganz zu schweigen. Wenn wir von dem Druck auf Frauen durch die Gesellschaft sprechen, kommt uns als Erstes unsere eigene Kultur in den Sinn aber man kann in diesem Zusammenhang auch einen Blick auf Naturvölker werfen. Was gibt es da alles an Traditionen, Lippenteller, Ohrenvergrößerung, Ganzkörpertätowierungen, Zähne abfeilen (wie in dem genannten Hadith) Hälse mit Draht verlängern etc. Oder die grausamen Fußverstümmlungen in China. Fast immer müssen Frauen ertragen was in ihrem Stamm oder in ihrer Epoche „en vogue“ ist.

Für den Lippenteller z. B. werden den Frauen die Unterlippen aufgeschnitten und langsam gedehnt. Weil bei den Mursi Männern Frauen mit besonders großen Tellern begehrt sind, werden den Frauen einige Zähne dafür ausgeschlagen. Inzwischen sind diese Frauen und ihr „Schmuck“ als Fotomotiv von Touristen sehr gefragt. Sie können also etwas Geld damit verdienen. Mit etwas Phantasie kann man eine Vergleich ziehen zu den Topmodels auf dem Laufsteg. Nachdem sie gehungert haben, um dem Schönheitsideal der männlichen (!) Designer zu entsprechen, werden sie auf dem Laufsteg vorgeführt und verdienen Geld damit.

Die Lotusfüße wurden noch bis 1930 gebunden und erst ab 1949 wirklich verboten. Dies allerdings auch nur, weil China weibliche Arbeitskräfte brauchte. Ab einem Alter von fünf Jahren begann das äußerst schmerzhafte Abbinden der Füße. Alle Zehen, außer dem großen Zeh, wurden gebrochen und unter die Fußsohle gebogen. Die gebrochenen, eingeschnürten Klumpfüße führten oft zu Komplikationen – eingewachsene und entzündete Fußnägel, eitrig infizierte Knochensplitter, verfaulte Haut und abgestorbene Zehen. Derart verunstaltete und am Wachstum gehinderte Füße waren für die jungen Frauen Chinas bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Art Hochzeitsversicherung, denn nur Frauen mit Lotusfüßen entsprachen dem Ideal der heiratswilligen chinesischen Männer, sie empfanden den kleinen, trippligen und hilflosen Gang der Frauen als äußerst anziehend.

Make up

Schminke aufzutragen, das Haus zu verlassen und so mit einer künstlichen Verschönerung unter (fremde) Leute zu gehen, ist im Islam nicht zulässig. Dass man mit einem guten Make up wahrhaftig wie ein völlig anderer Mensch aussehen kann, ist eine Tatsache und eine Art von Täuschung. Es wird wohl auch schon Männer gegeben haben, die morgens  (nach einer kurzen Bekanntschaft) den Schock ihres Lebens bekommen haben. Und was machen diese Frauen eigentlich, die so (maskenhaft) ihren zukünftigen Ehemann kennengelernt haben? Denn Rest ihres (Ehe) -Lebens zwei Stunden vor ihrem Gatten aufstehen. Das paradoxe an dieser Situation ist, dass die meisten stark geschminkten Frauen es genießen, zu Hause und vor dem eigenen Partner ungeschminkt zu sein. Dort also wo es sich lohnen würde, sich zurechtzumachen, wird darauf verzichtet. Es ist (aus islamischer Sicht) zulässig, sich zu Hause für sich selbst (!) und für den eigenen Ehemann zu schminken. Viele Frauen sind regelrecht süchtig nach Make up, da man sich hinter einem stark geschminkten Gesicht wie hinter einer Maske verstecken kann. Infolge des sozialen Drucks heutzutage als attraktiv gelten zu müssen, entstehen Krankheiten wie Dysmorphophobie, BIID, Anorexia nervosa etc.

 

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